
Der Vorsitzende unserer Luftsportgemeinschaft Bayreuth und PPLer Siegfried Schubert hatte einen Traum:
Die Teilnahme an der längsten Flugrallye der Welt - von Toulouse
in Südfrankreich nach Saint Louis im Senegal und zurück.
Wie das mit Träumen "immer" so ist, so ging auch dieser in Erfüllung und es war wirklich traumhaft. Ich
muss es wissen, denn ich war der Co.
Es war bereits die 22. Rallye Toulouse-Saint Louis-Toulouse, die
der Verein "Mémoire d'Aéropostale" zusammen
mit Air Aventures zum Gedenken an die "Ligne" durchführte.
Diese Luftpostlinie wurde von Pierre-Georges Latécoère
Anfang der Zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts gegründet.
Zu ihren bekanntesten Piloten gehörten Jean Mermoz, Henri Guillaumet,
Didier Daurat und Antoine de Saint-Exupéry. Diese Linie flog
anfangs von Toulouse nach Saint Louis, später von dort aus nach
Brasilien und Chile.
Und wir, wir sollten und wollten uns genau auf den legendären wie luftigen Spuren dieser Luftfahrtpioniere
bewegen.
22.09.2004 -Anreise - Bayreuth/Bindlach nach Dôle
9:16 Uhr Lokalzeit - es war soweit - starteten zwei Piloten, die sich
und ihre Maschine, eine bestens instrumentierte Cessna 172 RG, gewissenhaft
auf das angeforderte Niveau des vor ihnen liegenden Flugabenteuers
vorbereitet hatten, vom Bindlacher Berg - Bayerns einzigem terrestrischen
Flugzeugträger.
Das Wetter zeigte sich an der untersten Grenze dessen, was das Nürnberger
Luftamt einem VFR-Flieger gerade noch erlaubt. Gehörige Turbulenzen,
heftiger Gegenwind bremsten unsere Grundgeschwindigkeit von möglichen
210 km/h auf 130 km/h, Wolken zwangen uns auf Tiefstflughöhe. Wie
wir hinterher erfuhren, war es unsere letzte Chance rechtzeitig nach
Toulouse zu gelangen.
Um 12:36 Uhr landeten wir pünktlich, aber endlich in Dôle zum Essen,
unsere erfolgreiche Zeitkalkulation stärkte unser Selbstbewusstsein
für die kommenden Aufgaben enorm. Auftanken, Weiterflug um 15:04 Uhr
nach Toulouse.
Das
Wetter besserte sich soweit, dass wir auf der Karte einen geraden
Strich nach Toulouse-Lasbordes ziehen konnten und dort um 17:27 Uhr
landeten. Erdanker waren auf der Wiese neben der Landebahn aber noch
stets angesagt, schließlich galt es zu vermeiden, dass unser Flieger
schon mal ohne uns abhob. Wir waren gespannt auf unser erstes Hotel.
25.09.2004
Ab Samstag Mittag hieß es Überprüfung: Flugzeug, Piloten
und Papiere.
Am Abend dann der erste offizielle Empfang:
in der IHK von Toulouse. Ein herrliches Galadiner, bei dem die Rallyemannschaft
vorgestellt wurde.
26.09.2004
Flugeinweisung (Briefing, immer in französischer Sprache) und
los ging es. Start um 09:25 Uhr UTC (im Folgenden beziehen sich alle
Zeitangaben auf UTC = Greenwich Mean Time ).
Vorbei an Carcassonne und via Narbonne und Perpignan an der Costa
Brava entlang. Barcelona in 2000 ft übers Festland herum passiert,
Valencia aus 1000 ft über dem Meer gesehen, dann war's nicht
mehr weit bis Alicante, Landung 13:13 Uhr . So, die erste Rallye Etappe
hatten wir, nach 3:48 Stunden, hinter uns. Dass wir die gestellten
Aufgaben nur teilweise gelöst hatten tat unserer Entspannung
aber überhaupt keinen Abbruch. Ein wunderbares Hotel in Elche, "Huerto
del Cura" , tat das seinige dazu um leicht zu verdrängen, dass
wir die Rallye wohl kaum gewinnen würden. Abends ein herrliches Diner,
Langusten, spanische Folklore, Gesang und Tanz. Wahrlich typisches
"Savoir Vivre" der Franzosen, das uns im Übrigen über die
gesamte Tour auf überaus wohltuende Weise begleitete. Ein Hotel übertraf
das andere, Essen hervorragend, unterwegs, bei Zwischenlandungen,
beste Versorgung mit Wasser, Obst, Brot und Konserven.
27.09.2004
Start unserer ersten Tagesetappe in Alicante um 09:48 nach Tanger
in Marokko.
Entlang
der spanischen Küste, vorbei an der Costa del Sol, Malaga, in
der Ferne wartete Gibraltar. Grandiose Sicht über der Strasse
von Gibraltar: rechts Europa, links Afrika, nur kleine weiße
Quellwolken. Tangers riesige Landebahn, direkt am Meer, machte uns
um 13:24 das Landen leicht.
Dann
alles wie gehabt, aber Treibstoff diesmal per Handpumpen und Benzinfässer.
Die Messuhr an der Pumpe wird zunächst abgeklebt und darf erst nach
notierter Schätzung durch die Piloten abgelesen werden. Für jeden
"falschen" Liter setzt es einen Strafpunkt. Diese Prüfung schafften
wir mit sehr gut - sollte wohl Zuversicht einflößen. Mittagspause
im Flughafen von Tanger.
Um 15:12, Co und PiC (Pilot in Command) tauschten die Plätze,
startete ich die nächste Etappe nach Casablanca. Zahlreiche Pflichtmeldepunkte
machten diesen Flug nicht zu leicht. Als
wir
nach einer Ziellandung in Casablanca-Anfa aufsetzten, zeigte die Uhr
16:49. Empfang durch den Flughafenchef mit Erfrischungsgetränken
und marokkanischen Süßigkeiten. Später standen wir für
Gruppenfotos am Denkmal von Jean Mermoz. Nach einer für uns Europäer
wahrlich spannenden Taxifahrt durch Casablanca wurden wir im Hotel
Hyatt Regency abgeladen. Abends "Savoir Vivre", marokkanisches Diner
mit Folkloredarbietungen, Bauchtanz fehlte nicht. Danach ein Absacker
in der, er selbst leider abwesend, Humphrey Bogart Bar im Hotel, später
Tiefschlaf.
28.09.2004
Besprechung am Flughafen, Start um 11:09. Dieter Gerlach wieder der
PIC. Die erste Tagesetappe führt uns in 2:03 Stunden über
El-Jadida, Safi, Essaouira, vorbei am Cap Rhir nach Agadir. Zahlreiche
Pflichtmeldepunkte, Mittagspause am Flughafen Agadir und um 15:16
weiter nach Tarfaya (dem früheren Cap Juby), kurz vor der Grenze
zu Westsahara, (heute Marokko) auf Höhe der Kanaren.
Schon
in 2000 ft flogen wir bereits über ziemlich dichter, leicht ansteigender
Wolkenbasis. Kurz vor unserem Ziel, einem alten Wüstenflugplatz,
der nur für unsere Rallye kurzzeitig geöffnet wurde, erwischten
wir gerade rechtzeitig eine Lücke in der, inzwischen fast geschlossenen,
weißen Matte unter uns. Fahrwerk, Klappen, Steilkreise, Watte über
uns und Landeanflug auf die Wüstenpiste. Wegen der in der Einflugschneise
stehenden großen Funkantennen wurden wir, sicher nicht grundlos,
mehrmals angefunkt. Wieder eine Ziellandung, geparkt wurden beiderseits
der Landebahn im Wüstensand. Sandsturm bei jeder Landung, es
staubte wirklich gewaltig. Ein Empfangskomitee stand
gleich
neben der Piste in einem Beduinenzelt bereit, das uns äußerst gastfreundlich
mit Tee, Wasser und Süßigkeiten willkommen hieß. Kein Wunder,
dass die Entwicklungsminister gerne um den Globus fliegen.
Diesbezügliche
Steigerung im Ort, wo wir uns in der Begrüßungszeremonie durch die
örtliche Politprominenz sonnten, das könnte man öfter ertragen.
Das gesamte Dorf war unterwegs, Polizei, aufwendige Absperrungen,
ein extra aufgebautes riesiges Beduinenzelt. Was für ein Empfang
dachten und fühlten wir.Später wurden wir, wer weiß was
aus uns sonst noch geworden wäre, allerdings wieder auf Normalmaß
reduziert. Unsere Ankunft war offensichtlich nur "ein" Tagesordnungspunkt
innerhalb der Eröffnungsfeierlichkeiten für das Museum der Aéropostale.Eine
Menge Musik- und Tanzdarbietungen, das Museum wurde Saint Exupéry
gewidmet, der hier wohl eine Zeit lang Stationsleiter war. Nach dem
Abendessen, im selben Zelt, gab es noch ein herrliches Feuerwerk,
geschlafen wurde auf Matratzen.
29.09.2004
Siegfried
ist der PiC. Start auf der Sandpiste von Cap Juby um 10:03, 29 Minuten
Hüpfer nach Laayoune in Westsahara. Nur eine Handpumpe für 25
Maschinen schafft eine Menge Zeit zum Entspannen. 15:17 dann Start
nach Dakhla. Flug über ein herrliches Wüstenpanorama, Landung
um 17:30.
Siegfried schaut dieses Mal einer abkommandierten soldatischen Abteilung
beim schon gewöhnten Handpumpenbetanken zu. Mich zieht es inzwischen
ins wenige Meter entfernte Hotel Sahara Regency, beziehe unser Zimmer
und "zaubere" aus unterwegs geschossenen Fotos per Laptop und Postkartendrucker
neue Ansichtskarten. Savoir Vivre am Abend, großes Diner im
Hotel.
30.09.2004
Heute nur eine kurze Etappe von knapp 90 Minuten, nach Nouadhibou
in
Mauretanien. Landung um 11:47, Handpumpe, anschließend Stadtrundfahrt
mit Bussen, tatsächlich begleitet von einer Polizeieskorte, später
Fußerkundung des Hafengebietes.Am Abend Feierlichkeiten zur Eröffnung
eines weiteren Museums der Aéropostale. Nach dessen Besichtigung
ging es zu einem Fischessen in der Nähe des Strandes, wo ein
Beduinenzelt stand, in dem wir dann alle zusammen die Nacht verbrachten.
01.10.2004
Gut geschlafen im Zelt. Herrlicher Sonnenaufgang. Nach dem Frühstück
Polizeieskorte zum Flugplatz, Flugbesprechung und schon sind wir auf
dem Weg nach Saint Louis du Senegal um 10:23.
Bis
Nouamghar fliegen wir über dem Meer, danach über faszinierender
Wüstenlandschaft. Selbst in 3500 ft. messen wir noch 35 Grad
im Flugzeug, ach ja richtig, wir sind ja in Afrika. Nach 2 ½
Stunden erreichen wir das Mündungsgebiet des Senegalflusses,
der die Grenze zwischen Mauretanien und dem Senegal bildet. Riesige
Vogelschwärme bewohnen dieses Überschwemmungsgebiet. Um
13:09 Abschluss dieser Etappe mit einer Ziellandung in Saint Louis
du Senegal. Mit einem Unimog, Grundwehrdienst lässt grüßen, werden
wir zu unserem Hotel in die Stadt transportiert. Bänke auf der
Ladefläche, ich habe Glück, kann vom
Beifahrersitz
die Fahrt mit der Videokamera archivieren. Die Eiffelbrücke überspannt
den Senegalfluss und schon sind wir am Hotel de la Poste, auch früher
schon Zwischenstation der Piloten der Aéropostale. An der Rezeption
erwartet uns - "mein lieber Mann" - eine schriftliche Einladung
des französischen Generalkonsuls zu einem Empfang in der dortigen
Botschaft. Auf dem Weg dorthin begleiten uns Straßenhändler,
schwer dem "Helfer-Syndrom" zu widerstehen. An diesem Abend Savoir
Vivre in einem Restaurant direkt am Fluss, das zu unserem Hotel gehört.
Neben einer afrikanischen Tänzergruppe und einem auf riesigen
Stelzen tanzenden Artisten, trat noch ein Feuerschlucker auf, der
seinem Namen wahrlich alle Ehre machte.
02.10.2004
Heute wird nicht geflogen. Wir fahren mit Booten über den Senegalfluss
auf eine Landzunge zwischen Fluss und Atlantik zu einer Bungolowanlage
unseres Hotels. Mittags gebratenes Fleisch vom Spieß, später
Verdauungsschwimmen im Atlantik. Wieder in Saint Louis wartet die
Eröffnung eines weiteren Museums der Aéropostale, dieses
Mal zum Gedenken an Jean Mermoz. Abendessen im Restaurant am Fluss.
03.10.2004
Jetzt beginnt der Weg zurück. Um 10:26 heben wir ab. Geplantes
Ziel ist Nouadhibou.
Über
unsere Quasselfrequenz 123.45 werden wir jedoch von der Rallyeleitung
zu einer Landung in Nuakchott dirigiert, dort würde es Sprit
geben. Meldung beim Tower, müssen ins Holding, kreisen üben für
eine gute halbe Stunde, eine Verkehrsmaschine mit Fahrwerksproblemen
blockiert das Ende der Landebahn. Ein bisschen verwunderlich, da wir
zum Landen nicht mal die halbe Länge der riesigen Landebahn benötigt
hätten. Plötzlich, zu allem Übel, klatschende Geräusche
rund um unsere Maschine - Heuschrecken. Wir machten
Bekanntschaft
mit einem der Heuschreckenschwärme, die zu dieser Zeit Westafrika
plagten. Die Frontpartie des Flugzeuges war später mit riesigen Flecken
übersät, aber wir hatten keine technischen Probleme, andere
traf es schwerer. Endlich, Landeanflug 12:15.
Tanken, Scheibenreinigung, Start um 13:29 nach Dakhla. Soweit unser
Plan.
Doch das Wetter in Dakhla wurde zunehmend schlechter, sodass nur die
schnellsten Maschinen noch dort landen konnten. Einige mussten umkehren
und wie wir in Nouadhibou landen. Da wir als 18. Maschine gestartet
waren, erhielten wir die Wetterinformation für Dakhla noch so
rechtzeitig, dass wir ohne Umweg in Nouadhibou um 15:21 landeten.
Dort erfuhren wir, dass eine Pilotin, die in Dakhla umkehren musste,
wegen Treibstoffmangel 3 Meilen vor Nouadhibou auf einer Landstrasse
gelandet war. Der Flugplatz schickte einen Laster mit Treibstoff,
später hatte sie viel zu erzählen.
Den
Piloten einer anderen Maschine zeigte ein fehlendes Grün, dass die
Nase des Fahrwerks nicht verriegelt wurde. Der Tower und eine andere
Maschine bestätigten jedoch ein ausgefahrenes Fahrwerk. Der Pilot
blieb vorsichtig und beim hecklastigen Aufsetzen mit stehendem Propeller
zeigte sich, dass er sich damit auf der richtigen Seite befand. Das
Bugfahrwerk klappte ein, die Kontrolllampe hatte recht, es war nicht
verriegelt. Das Bugrad wurde später manuell verriegelt, sodass das
Team, nun eben mit festem Fahrwerk, die Rallye weiterfliegen konnte.
Wir waren zwar in Dakhla gebucht, aber 80 % des Teams waren in Nouadhibou,
was für die, sich als überaus effektiv erweisende, Rallyeleitung
jedoch überhaupt kein Problem darstellte. In kürzester Zeit hatten
wir ein Quartier in Nouadhibou.
04.10.2004
Nachdem wir hinter unserer Streckenplanung zurück lagen, mussten
wir aufholen.
Treffpunkt
am Flugplatz daher schon um 6:00 , aber wieder spielte das Wetter
nicht mit. Die Sicht zu schlecht und in Dakhla eine
Landung
unmöglich, also warten. Um 12:16 Start nach Dakhla. Meldung bei
Dakhla Tower im kurzen Endanflug, um die Landefreigabe zu erhalten.
Der Controller, der die ganze Zeit mit einem Piloten einer Maschine
hinter uns sprach, sagte "I call you back". Wir wollten
ihm sagen, dass wir kurz vor der Schwelle waren, hatten aber keine
Chance uns in den Redeschwall zu quetschen.. Also landeten wir auf
der riesigen, freien Landebahn. Nun fragte der Controller nach unserer
Position und Siegfried sagte ihm: "I'm already on your runway.
I called you in short final, but you didn't answer me at all."
Jetzt erhielten wir die Landefreigabe, mit Angabe des Windes. Wir
verließen lachend die Runway.
Tanken, um 15:26 weiter nach Laayoune, Landung um 17:29. Für
einen Weiterflug ist es jetzt zu spät, Übernachtung in Laayoune.
05.10.2004
Früh aus den Federn, wir wollen noch heute Rabat erreichen, um Anschluss
an die anderen zu finden. Das Wetter ist wieder besser, Start um 08:48,
Landung um 11:03 in Agadir, Tanken, Mittagspause, Weiterflug um 13:29,
eine Menge Pflichtmeldepunkte, mit unserem GPS aber kein Problem.
Schon im langen Endanflug befindlich müssen wir einige Vollkreise
fliegen - ein König, heute der belgische, hat schließlich Vorrang.
Nach unserer Landung um 16:29
treffen wir im Royal Aeroclub of Rabat beim Tanken einen Marokkaner,
der doch tatsächlich 1969 in Bayreuth um die Ecke, sprich Speichersdorf,
seinen Flugschein erwarb.
Taxi durch die marokkanische Hauptstadt zu unserem Hotel "La
Tour Hassan", dieses Mal eine Suite im 8. Stock mit einem herrlichen
Ausblick über eine sich sauber und modern präsentierende Stadt.
Abendessen mit dem Royal Aeroclub, das in einem herrlichen alten Haus
in der Altstadt von Rabat stattfindet. Folkloregruppen, Bauchtanz,
das Büffet ist überwältigend, der Wein hervorragend.
06.10.2004
Dieser
Tag lässt sich ruhig an, ein entspannter Flug übers Meer
wartet; Etappenziel ist Almeria in Spanien, Schwimmwesten sind Pflicht.
Heute bin ich wieder dran. Start um 13:01 , Navigationsaufgabe bei
Tetouan an der marokkanischen Mittelmeerküste. Steigen auf 10500
ft, dann 150 Meilen übers Mittelmeer. 140 Minuten später
landen wir in Almeria. Als Rallyeteilnehmer werden wir von freundlichen
Zöllnern ohne weitere Kontrollen durchgelassen. Taxi zum Grand
Hotel Almeria. Wieder eine Suite, herrlicher Balkon mit Hafenblick.
Abends großes Diner am Hafen. Kein Museumsbesuch.
07.10.2004
Siegfried
will auch mal wieder. Bei herrlichem Sonnenaufgang fahren wir zum
Flughafen und doch müssen wir auf Wetterbesserung warten. Erst
um 11:40 sind wir wieder in der Luft Richtung Reus. Wir halten
uns landeinwärts, eine wunderschöne, bergige Landschaft,
die uns bis auf 8500 ft steigen lässt, zeigt sich von ihrer schönsten
Seite. Landung in Reus an der Costa Dorada um 14:47.
08.10.2004
Die
letzte Rallyeetappe beginnt um 11:47 nach Toulouse-Lasbordes. An der
Costa Brava verschlechtert sich die Sicht zusehends, Wolken werden
immer dichter, wir weichen nach oben aus und fliegen "on top".
Kurz
vor Toulouse reißt die Wolkendecke auf und wir können,
bei kräftigem Seitenwind, um 14:03 die Rallye mit Abschlusslandung
beenden. Am Abend, der zur freien Verfügung steht, werden wir
von einem französischen Teilnehmer zum Essen in ein Spezialitätenrestaurant
in die Altstadt von Toulouse eingeladen.
09.10.2004
Mittagessen im Restaurant "L'Envol" am Flugplatz Lasbordes.
Am Nachmittag findet ein "Spectacle musicale et choreographique"
am Rathaus in Toulouse statt. Tänze und Gesänge zu Ehren
der Aéropostale.
Gegen
18:00 Uhr MESZ Empfang beim Bürgermeister von Toulouse im Ehrensaal
des Capitols (Rathaus von Toulouse) und Antritt zur Preisverleihung.
Unter großem Beifall der französischen Teilnehmer nehmen
auch wir einen Pokal in Empfang.
Einmal
mehr sehen wir uns in unserer Kalkulation bestätigt, Siegfried
Schubert und Dieter Gerlach sind nicht die Sieger.
Am Abend dann in der "Cité de l'Espace", einem Weltraummuseum,
die "Soirée d'Adieu", ein krönendes Abschlussdiner.
10.10.2004
Heute soll es nach Hause gehen, Flugzeug ist "ready for departure".
Erinnerung an den Beginn dieses Abenteuers in Bayreuth. Es ist so
diesig, dass wir erst um 12:15 Uhr Lokalzeit starten. Über die
Auvergne und Burgund wollen wir nach Nancy als Zwischenlandeort zum
Tanken.
Die
ersten aufsteigenden Quellwolken werden überflogen. Auch dass
sich nach einiger Zeit die Wolken unter uns immer mehr verdichten,
beunruhigt uns nicht. Aber als sich eine zweite Wolkenschicht über
uns ausbreitet und wir bei guter Fernsicht im Sandwich fliegen, müssen
wir uns Alternativen überlegen. Als die Sicht schlechter und
schlechter wird, zeigt uns, Gott segne die Ingenieurskunst, das GPS
einen Flugplatz fünf Meilen voraus. Mit Mühe suchen und
finden wir das berühmte Loch in der Wolkendecke unter uns. Strömender
Regen als wir auf dem ehemaligen Militärplatz in Damblain um
15.07 MESZ landen. Am Funk war niemand zu hören, aber von dem
dortigen Aeroclub befand sich noch ein Mann in einer Halle.
Er
bot uns an, das Flugzeug in der Halle unter zu stellen, wenn wir ihm
beim Rangieren der anderen Maschinen mithelfen. Diese Gegenleistung
war wahrlich das Mindeste. Dann erhielten wir noch 60 l AVGAS für
den Heimflug und dann, das Glück blieb uns treu, nahm er uns
mit zu sich nach Hause, wo wir nicht nur ein Abendessen, sondern beide
auch noch Einzelzimmer für die Nacht erhielten. Gastfreundschaft
pur, Augenblicke zum Festhalten.
11.10.2004
Nach
dem Aufstehen gab's von Madame Pierrot noch ein typisches französisches
Frühstück, bevor uns Monsieur Pierrot die ca. 20 km zum
Flugplatz fährt. Aber das Wetter ist so mies, tief hängende
Wolken in denen die Berge am Horizont verschwinden. Warten ist angesagt.
Vergebliches Warten.Um die Mittagszeit nimmt uns Monsieur Pierrot
wieder mit zu sich nach Hause und lädt uns zum Mittagessen ein.
Mit wenig Hoffnung fahren wir später wieder zum Flugplatz, doch
diese Mal zeigt sich das Wetter etwas entgegenkommender. Bei gerade
noch ausreichenden VFR-Bedingungen heben wir um 13:41 MESZ ab. Nach
ca. einer halben Stunde werden die Sichtbedingungen besser, aber nicht
unerhebliche Turbulenzen bleiben uns erhalten, schütteln uns
wieder einmal kräftig durch. Bei Zweibrücken überfliegen
wir die Grenze nach Deutschland, Heidelberg, Würzburg und Bamberg
sind die nächsten Wegpunkte in Richtung EDQD. Bald schon wird
der Horizont vom, uns vertrauten, Mittelgebirge begrenzt. Bei böigem
Seitenwind landen wir um 16:21 MESZ - in Bayreuth, die Heimat hat
uns wieder.
Ein Mann hatte einen Traum, der war in Erfüllung
gegangen,
ich hatte daran teilgenommen, mitgeträumt.